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Ohrenbuch, J. Pöhlert - 17/07/2007 19:40 Hallo,
ich bin neu hier. Ich finde diese Seiten ganz interessant, weil ich mich auch seit einiger Zeit mehr um meine Ohren kümmere.
Ich spiele Bass und Saxophon und habe erst nach ca 20 Jahren Musik machen (Hobby) gemerkt, dass es ja echt schlimm um mein Hörvermögen steht. Ich kann sehr gut Noten lesen, und Theorie habe ich auch ganz gut drauf. Auf dem Bass habe ich mir die Riffs und Akkordstrukturen leicht optisch merken können, auf dem Sax habe ich ein gutes Fingergedächnis. All das hat es mir relativ leicht gemacht, dass meine schlechtes Hören nie so richtig zum Problem wurde (auch ohne Noten).

Gemerkt habe ich es erst als ich mal das EarMaster Programm ausprobiert habe - mit schlimmen Ergebnis. Seither habe ich damit trainiert und kann nun ganz gut alle Intervalle, grundlegende Akkorde und Tonleitern - zumindest wenn sie einzeln erklingen. Im Zusammenhang geht es noch nicht so gut. Problem dabei war die Motivation. Es macht keinen Spaß. Klar Fortschritt ist gut, aber er war so langsam, dass
ich mich trotzdem dazu zwingen mußte.

Richtig spürbaren Fortschritt machte ich erst mit dem Ohrenbuch von Jochen Pöhlert. Erstmal tröstete er mich,
dass es vielen Musikstudenten und sogar Profis so geht, und bei vielen ohne Noten rein gar nix läuft. Seine Theorie ist, dass Gehörbildung nicht von der Musik also echten Liedern getrennt werden kann. Erst war die Musik, Lieder welcher Art auch immer, erst dann kam die Theorie mit ihren Tonleitern und Intervallen. Man soll also einfach einfachste Liedchen lernen und diese erst nachsingen und dann auf seinem Instrument nachspielen. Natürlich ganz ohne Noten. Da das für viele (zb mich) gar nicht so leicht ist, hat er zwei CDs mit 8 bis 32 taktigen Liedern (ca 150) dazugepackt in der Schwierigkeit irgendwo zwischen "Alle meine Entchen" und "La Marseillese". Nach Schwierikeit sortiert, mit allen wichtigsten Melodie- und Harmonie Wendungen.
Natürlich kommt man sich blöd vor, wenn man ernsthaft "Der MOnd ist aufgegangen" übt. Aber es wirkt.
Ich mache das jetzt etwa einen Monat mit wechselnder Intensität und ich fühle mich wirklich schon etwas musikalischer. Mein inneres Ohr wächst und wird deutlicher. Schwer zu beschreiben.....
Komisches Phänomen ist zB. dass ich ein Lied, sofern ich es wirklich verinnerlicht habe, relativ problemlos in einer anderen Tonart spielen kann. Ich dachte immer, man muß beim Transponieren die Tone umrechenen, also immer ein bestimmtes Interval dazuaddieren. Nein, man stellt sich die Melodie einfach etwas höher vor und spielt sie dann. Da verwende ich irgendwelche Hirnwendungen, die bisher völlig
brachlagen.
Also, es gibt hier sicher genug Begabte, die das nicht nötig haben, aber für alle, die Probleme haben einfache Kinderlieder auf ihrem Instrument
ohne Noten zu spielen, für die ist diese Methode der Gehörbildung sicher die angebrachteste.
Es geht doch um Musik!
Gruß
Ralf
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