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Lektion 1 - 14/02/2006 17:37 In dieser Einführungslektion gibt es noch keine konkreten Übungen, sondern allgemeine Informationen zum absoluten Gehör (AG).

Allgemein wird die Meinung vertreten, ein absolutes Gehör sei angeboren. Ursache dafür ist, dass viel zu wenig verstanden wird, was AG ist und wie man als Absoluthörer Klänge empfindet. Ein solches Verständnis ist aber Voraussetzung für die Entwicklung des Gehörs. Mit AG bekommt die Wahrnehmung von Klängen eine ganz andere Qualität, nur leider nehmen sich viele Musiker nicht die Zeit, die es braucht, sein Gehör weiter zu entwickeln.

AG basiert nicht darauf, dass man sich Tonhöhen merkt, sondern ist das Hören von Klangfarben, die nicht nur für jedes Instrument, sondern auch bei jedem Ton unterschiedlich sind. Man kann das mit dem Farbspektrum vergleichen, nur dass es einen andere Sinn betrifft.

Man unterscheidet zwischen aktivem und passivem AG. Beim passiven AG geht es um das Erkennen gehörter Tonhöhen, beim aktiven um die Reproduktion eines Tons aus dem "Nichts", z. B. Singen eines A direkt nach dem Aufstehen, also definitv ohne Referenzton. Beide Fähigkeiten hängen natürlich zusammen, meist entwickelt sich das aktive AG aber erst nach dem passiven.

Die Fähigkeit zum Absoluthören hat jeder Mensch von Natur aus, nur ist der durchschnittliche Musiker nicht gewohnt, auf die feinen nuancierten Unterschiede der Klangfarben einzelner Töne zu hören. Genaues Hinhören ist die Grundvoraussetzung - es geht erst einmal überhaupt nicht um Geschwindigkeit!

Ein gutes Gehör ist mit die wichtigste Fähigkeit, die ein Musiker braucht, da Hören die Grundlage aller Musik ist. Natürlich ist das relative Gehör ebenfalls wichtig, ja sogar unerlässlich, aber erst zusammen mit dem AG entfaltet sich die ganze Fülle der Klangeindrücke. Auch die vokalen Fähigkeiten verbessern sich, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten eines Komponisten. Anstimmen ohne Referenzton, Singen schwieriger Intervalle und das Stimmen von Instrumenten werden ein Kinderspiel.

Bei der Stimmung eines Instrumentes sollte man übrigens immer möglichst akkurat sein, höchstens ein wenig "sharp", damit es brillanter klingt. Wohingegen eine etwas zu tiefe Stimmung einen matten Eindruck macht. (Anmerkung: Die Folge sieht man - das Kammerton-A wird immer höher). Das Stimmen eines Klaviers ist übrigens eine ganz andere Herausforderung und erfordert lange Übung. Da nützt auch ein AG nicht.

Das AG ist wie die Farbe in der Musik. Hat man einen s/w-Fernseher (gibt's noch jemanden, der sich daran erinnert?), sieht man natürlich das gleiche Bild, wie beim Farbfernseher. Man kann sich auch über den gesehenen Film unterhalten, aber die Wahrnehmung ist viel reicher! Und obwohl man über das gleiche spricht, ist es unmöglich, einem Menschen, der (nicht nur im Fernsehen) ausschließlich schwarz-weiß gesehen hat, Farbe zu erklären. Überzeugend wird es erst, wenn man es selbst wahrgenommen hat: Man muss sein Ohr öffnen, dann entfaltet sich eine komplett neue Welt der Klangwahrnehmung! Das hilft nicht nur beim Hören von Musik, sondern es wird auch leichter, Fremdsprachen zu verstehen und mit wenig Akzent sprechen zu lernen, Stimmen zu erkennen und Klänge aller Art besser zu differenzieren. Das AG öffnet das Ohr allgemein, nicht nur für Musik!

Post geändert von: admin, am: 14/02/2006 17:43

Post geändert von: admin, am: 16/02/2006 18:34
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Re:Lektion 1 - 17/02/2006 06:24 Wunderbar! Es war mir immer klar, dass man durch Training das AG erreichen kann. Es wäre doch engstirnig, wenn man behaupten würde nur wenige spezielle Menschen hätten die Möglichkeit dazu..

Post geändert von: Volker, am: 18/02/2006 22:57

Post geändert von: Volker, am: 18/04/2006 23:46
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