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Lektion 11 - 10/04/2006 22:15 Fragen und Antworten:

? Ich spiele nach jeder Teilübung kreuz und quer auf der Tastatur ein paar Töne, um zu verhindern, dass ich die Töne durch relatives Gehör erkenne. Ist das sinnvoll?

! Solche unterschiedlichen Versuche, das relative Gehör auszuschließen, verlangsamen den Lernprozess nur. Manche Leute spielen irgendwelche Töne, andere ein paar Akkorde, die das Gehör verwirren sollen, damit man vergisst, wo man war. Diese Vorgehensweise ist aber nicht richtig, denn wir versuchen nicht, das Gefühl der Verbindung zwischen den tönen loszuwerden! Es ist völlig in Ordnung, wenn das Ohr sich zuerst daran festhält. Solche Verwirr-Spielchen haben zur Folge, dass es erstens länger dauert, die Übungen zu machen und zweitens hilft es überhaupt nicht beim Erwerb des absoluten Gehörs! Es nützt weder dem relatvien noch dem AG. In Wirklichkeit ist alles eins und wir wollen die Tonhöhen-Farben im Zusammenhang hören! Das bedeutet natürlich nicht, dass das AG auf relativem Gehör beruht, aber wir wollen diese Farben im Zusammenhang hören. Wenn man sie separat übt, verlangsamt es die Sache, wenn es denn überhaupt gelingt. Mit absolutem und relativem Gehör im Zusammenspiel wächst das Ohr auf eine abgerundete Art und Weise!

Dies erinnert mich an einen verzweifelten Anruf, den ich vor kurzem von Leuten bekam, die die Übungen machten und nicht voran kamen. Ich fand heraus, dass es genau dieser Fehler war, das Ohr zwischen den Einzelübungen zu verwirren. Eine andere Sache war, dass sich auf Nachfrage, wie sie genau übten, herausstellte, dass der Partner am Klavier bei einem Fehler nur "falsch" sagte und dann mit dem nächsten Ton weitermachte, statt den Fehler zu korrigieren. Das ist natürlich kein Ohrtraining, denn das einzige, was man dabei lernt ist, dass man einen Fehler gemacht hat! Erst durch die Korrektur und den Vergleich beider Töne entwickelt sich das Ohr!

? Was ist, wenn der Partner besser ist und schnellere Fortschritte macht?
! Das ist kein Problem, jeder bekommt die Übungen, die bei ihm gerade dran sind. Während man sich gegenseitig testet, sollte man aber auch am Instrument sorgfältig zuhören, da man auf jeden Fall auch dabei gewinnt!

? Sollten die Töne laut oder leise gespielt werden? Und wie lange sollte man sie aushalten?
! Eine mittlere Lautstärke ist in Ordnung und nach dem Spielen sollte man den Ton ausklingen lassen, dem Partner also soviel Zeit geben, wie er braucht. Als Variante kann man auch kurz spielen und dann eine Pause machen, bis der Ton erkannt ist. Eine andere Sache ist die Geschwindigkeits-Erkennung: Man spielt z. B. 6 Töne hintereinander, ca. 1 pro Sekunde, und der Partner benennt sofort jeden Ton, den er erkennt. Ansonsten sagt er "weiß nicht" o. ä. und es geht weiter. Auf diese Art gewinnt man Geschwindigkeit und kann seine Fortschritte an der Anzahl der nicht erkannten Töne gut erkennen. Beim Kurs fürs relative Gehör gehört das schnelle Erkennen von Intervallen zu den Standardübungen und es ist wirklich ein tolles Training, das das Ohr voranbringt! Wir spielen die Töne also auf unterschiedliche Arten, zuerst auskingend, dann kurz mit Pause und auch in höherer Geschwindigkeit.

? Manchmal kann ich die Original-Tonart eines Stückes sagen, sogar wenn es transponiert ist. Könnte es sein, dass ein Stück, das z. B. in G-Dur geschrieben ist, immer nach G-Dur klingt, auch wenn man es z. B. in A-Dur spielt?

! Wenn man ein Stück der Original-Tonart G-Dur in A-Dur spielt, klingt es natürlich auch nach A-Dur. Der Charakter des Stückes an sich bleibt zwar erhalten, aber der Tonfarben-Klang der Tonart ändert sich. Wenn man also meint, ein Stück klänge nach der ursprünglichen Tonart, dann liegt es wohl nur daran, dass man das Stück und seinen Charakter erkennt und die Tonart damit automatisch assoziiert. Die absolute Tonfarbe ändert sich aber, wenn man die Tonart ändert.

Übungen:
Solo-Piano:

Diesmal sind es eine ganze Reihe von Übungen. Nach dem Spielen der Töne sollte man übrigens die Finger auf der Tastatur lassen, damit man problemlos überprüfen kann, ob man die Töne richtig erkannt hat:

1. Beide Hände, zwei weiße Tasten gleichzeitig in unterschiedlichem Abstand.
2. Beide Hände, zwei weiße Tasten nacheinander eine Teilübung aufsteigend, die andere absteigend.
3. Eine Hand, drei weiße Tasten gleichzeitig. Machen Sie sich dabei keine Sorge über das "Fingergefühl", anhand dessen man schon erraten kann, um welche Töne es sich handeln könnte. Wichtig ist, dass man sich auf den Klang der einzelnen Teiltöne konzentriert und dabei stören die Finger überhaupt nicht!
4. Eine Hand, drei Töne beliebig nacheinander.
5. Beide Hände, drei weiße Tasten beliebig verteilt gleichzeitig
6. Beide Hände, drei weiße Tasten beliebig verteilt in beliebiger Reihenfolge

Für jede dieser Übungen macht man jeweils eine Überprüfungsrunde von 20 fehlerfrei erkannten Akkorden/Intervallen, dann geht's weiter.

Solo-Gitarre:

In der letzten Lektion haben wir den A-Dur-Akkord als Referenz für die Übungen verwendet. Jetzt machen wir das gleiche, nehmen aber nur die A-Saite, dann einen beliebigen Ton etc. wie gehabt. Hinzu kommt die gleiche Übung wie beim letzen Mal mit den Akkorden Db-Dur und Eb-Dur.


Ohr-Meditation:

Zu unserer Tonsammlung fügen wir das H hinzu. Denjenigen, die die Meditation ein wenig vernachlässigen sei gesagt, dass sie mehr Zeit damit verbringen sollten. Es ist wirklich eine kraftvolle Übung, die so nützlich ist, dass wir in Lektion 13 ausschließlich Ohr-Meditation betreiben werden. Nehmen Sie sich also ein bisschen mehr Zeit dafür! Wir haben jetzt alle Töne der C-Dur-Tonleiter zur Verfügung.

Gitarristen nehmen das G# dazu und machen wie in der letzten Lektion mit einachen, doppelten und dreifachen Klängen weiter. Für die doppelten und dreifachen, die gleichzeitig gespielt werden, machen wir diesmal zwei Überprüfungsrunden, denn weil wir jetzt die komplette Tonleiter haben, soll ganz sicher überprüft werden, dass es sitzt! Bei den nacheinander gespielten reicht eine Überprüfungsrunde.

Team:

Die Teams machen die gleichen Übungen wie die alleine Lernenden. Wie gesagt, ist es okay, wenn einer der beiden aus dem Team ein wenig voraus ist. Jeder bekommt das, was er/sie gerade als Übung braucht. Wichtig ist, dass man nach dem Ohrtraining ganz normal übt, denn das Gelernte stabilisiert sich dabei. Wenn man erst trainiert, dann vom Instrument weggeht und etwas anderes macht, wird es nicht so gut in die Praxis umgesetzt! Es ist in Ordnung, wenn man manchmal im Anschluss nicht zum Üben kommt, aber wann immer Sie können, sollten Sie anschließend Ihr Instrument spielen!

Versuchen Sie nicht, beim Hören von Musik die Töne krampfhaft zu erkennen! Viele, die das AG trainieren, versuchen z. B. alle Gs zu erkennen und sind dann frustriert, wenn es nicht klappt! Wir bereiten das Ohr momentan erst vor und da ist es überhaupt noch nicht normal, alle Töne sofort zu erkennen. Zu bedenken ist auch, dass oft andere Instrumente als das eigene spielen, die ja einen anderen Klang haben und so die Tonhöhen-Klangfarbe leicht ungewohnt überlagern.

Wie wir gesehen haben, setzt relatives Gehör die einzelnen Tonfarben in einen Zusammenhang. Wir fühlen den Grundton eines Stückes und dieses Gefühl bekommen wir durch die Beziehung der Töne zueinander. Spielt man die Töne von c bis c', hört man sie im Zusammenhang von C-Dur. Absolutes Gehör alleine wäre Farbfernsehen nur mit Farben aber ohne Konturen. Das relative Gehör gibt der Musik Gestalt und Bewegung. Trainiert man sein relatives Gehör, gewinnt man das AG also bedeutend schneller! Das relative Gehör dient dazu, die Musik aufzuschließen. Hören wir einen Akkord, lässt uns das relative Gehör z. B. erkennen, dass es ein Dominant-9-Akkord ist, während uns das AG die Tonart dieses Akkords sagt. Immer wenn wir mit Akkorden zu tun haben, kommt das relative Gehör ins Spiel, also der Zusammenhang der Töne im Akkord zueinander.

Als ich gerade dabei war, selbst das absolute Gehör zu üben, bemerkte meine Klavierlehrerin, wie genau ich zuhörte und prüfte, wie gut ich einzelne Töne erkennen könnte. Es klappte prima, aber als sie Akkorde spielte, kam ich durcheinander. Deshalb hat sie mich dann zum Gehörbildungs-Unterricht geschickt, wo das relative Gehör geübt wurde. Relatives und absolutes Gehör sind wirklich nur zwei Seiten der gleichen Münze und ein gut entwickeltes Ohr braucht beides!
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Re:Lektion 11 - 21/04/2007 08:13 Auch wenn ich noch lange nicht so weit bin, habe ich ein wenig vorausgelesen und würde sagen, dass sich das gelohnt hat:

Die erste hier gestellte Frage ist ziemlich essenziell, würde ich sagen. Ich habe auch gedacht, dass ich schon beim Tonfarbenerkennen einen anderen Ton lieber auf einer fremden Oktave spielen sollte, oder ich pausiere kurz nach dem Spielen eines Tons, bis ich dessen Tonfarbe nicht mehr direkt parat habe - aber hier steht ja eindeutig geschrieben, dass das relative Gehör nicht ausgetrickst werden soll, ganz im Gegenteil!

Letztendlich stützt man sich beim Erlernen des AG ja auf das RG (nur eben immer weniger). Und zu lange nach dem Spielen eines Tones zu pausieren ist wohl auch unvorteilhaft, da man ja neben der eigentlichen Tonfarbe vor allem erkennen soll, dass sich die Tonfarben unterscheiden (wie gesagt, bin noch bei der ersten Stufe).

Ich halte es daher für angebracht, diesen Hinweis (und andere, ähnlich wichtige) an den Anfang des Kurses oder an die entsprechende Stelle zu stellen, damit man sich nicht langfristig selbst behindert und erst später erfährt, dass man selbst Schuld an einem langsamen Lernfortschritt ist.

Wäre natürlich super, wenn du auf eventuelle "Gefahren" (die den Lernfortschritt verlangsamen) aus den späteren Kapiteln hinweisen könntest. Es geht ja nicht darum, den Lernvorgang zu beschreiben, sondern nur zu warnen, damit man sich nicht selbst blockiert.

Post geändert von: Vincent, am: 21/04/2007 08:17

Übrigens: So oft wird erwähnt, dass das richtige absolute Gehör in Phase 2 erworben wird - dennoch soll man bis dahin die Töne bereits im Kopf haben und an den Klangfarben erkennen können - sehe ich das richtig? Mich würde interessieren, was genau in Phase 2 passiert, wenn man doch bereits am Ende von Phase 1 alle Töne erkennen können soll?!

Post geändert von: Vincent, am: 21/04/2007 08:28

Post geändert von: Vincent, am: 21/04/2007 08:28
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Re:Lektion 11 - 22/04/2007 14:08 "Phase 2" klingt viel bedeutsamer als es wirklich ist. Ich glaube, dass der Kurs nur deshalb offiziell in zwei Phasen aufgeteilt wird, damit man ein wenig gespannter auf die Lektionen 13 - 24 ist, deren CD-Verpackungen versiegelt sind. Wenn man die geöffnet hat, darf man den Kurs nicht mehr zurückgeben, d. h. die ersten 12 Lektionen sind quasi der kostenlose Vorgeschmack. Es geht dann mit zunehmend schwierigeren Übungen weiter, die sich aber nicht grundlegend unterscheiden.

Zum Hinweis, dass ich auf Knackpunkte aus späteren Lektionen schon zu Anfang hinweisen könnte/sollte: Ich habe eigentlich nichts anderes gemacht, als die englischen Texte 1:1 zu übersetzen und ab und zu ein wenig zu straffen, d. h. alles ist genauso wie beim CD-Kurs. Natürlich könnte ich jetzt einen komplett eigenen überarbeiteten Kurs beginnnen, aber ich glaube, dass da Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Außerdem muss ich ja noch die lange überfällige Software fertigbekommen...

Viele Grüße,
Wolfram
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Re:Lektion 11 - 01/05/2016 01:18 Danke für die Lektion. Die 11. fand ich besonders wertvoll.



GoodRam
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