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Re:wozu soll das gut sein??? - 12/12/2006 22:44
(Möchte-Gern-)Absoluthörer sind oft extrem systematische Menschen, denen es möglicherweise zum Teil an Gefühl mangelt. Ich würde eher umgekehrt sagen, dass man das absolute Gehör nur erwerben kann, indem man gerade nicht in erster Linie analytisch herangeht, sondern die Töne auf sich wirken lässt und in sie quasi intensiv hineinhört. Dagegen ist systematisches Vorgehen umso mehr beim Training des relativen Gehörs gefragt.
Die rhtythmische Komponente ist selbstveständlich sehr wichtig und wird auch häufig vernachlässigt. Das spricht aber weder für noch gegen die Wichtigkeit der anderen Parts der Gehörbildung, sondern kann einfach für sich so stehen bleiben.
Harmonische Zusammenhänge gelten unabhängig von der Transponierung. Und wer für bestimmte Instrumente oder Stimmen komponiert, muss deren Tonumfänge einfach wissen (oder nachschlagen). Ansonsten hilft ihm auch absolutes Hörvermögen nicht weiter. Völlig richtig, denn auch mit noch so perfektem absoltem Gehör hört man in seiner inneren Vorstellung von Musik nicht, ob ein Ton auf einem Instrument noch spielbar ist oder nicht.
dass eine reine Stimmungs-Zuordnung nach Tonhöhe paradox erscheint. Das Wort "Stimmung" ist in dem Zusammnhang vielleicht falsch gewählt, aber die Tonarten haben wirklich eine unterschiedliche Klangcharakteristik. Das ist völlig unabhängig von sonstigen Aspekten der Musik oder des Vortrags, die eine Stimmung vermitteln. Und ein C# klingt definitiv anders als ein D und das nicht nur für ein Frequenzmessgerät! Früher habe ich das übrigens auch nicht geglaubt, aber je mehr ich mein Gehör trainiere, desto deutlicher höre ich es! Das sehe ich nicht als Degradierung meines Ohrs zum Messgerät, sondern als Bereicherung, denn alles klingt viel farbiger und eindeutiger als vor meiner Beschäftigung mit dem absoluten Gehör!
Viele Grüße, Wolfram
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