quasimodo
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Habe ich das absolute Gehör? - 06/06/2007 02:41
Hallo! Ich bin 22 Jahre alt (männlich), spiele Klavier und bin äußerst musikalisch. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass die Musik mein Lebensinhalt ist. Ein Leben ohne Musik kann ich mir gar nicht vorstellen. Mein Haupt-Interesse gilt der klassischen Musik, wobei ich aber zusätzlich auch an guter Pop-Musik oder Chanson Gefallen finden kann. Da mich das Thema absolutes Gehör sehr interessiert, habe ich viel im Internet darüber gelesen und bin auf diese wirklich interessante Seite hier gestoßen.
Ich weiß schon lange, dass es das absolute Gehör gibt. Ich habe mir aber bezüglich meiner eigenen Person bisher nie so große Gedanken darüber gemacht. Also dass ich das absolute Gehör vielleicht besitzen könnte. Jedenfalls hat sich mein Gespür für Töne, Tonarten usw. sehr intensiv vor allem in den letzten Jahren weiterentwickelt. Jeder Ton und jede Tonart hat für mich irgendwie einen anderen und eigenen Charakter. Beim Informieren über das absolute Gehör im Internet bin ich unter anderem auch auf verschiedene Gehörbildungs-Programme gestoßen. Die machen in Bezug auf das absolute Gehör ja nichts anderes, als dem Anwender Töne vorzuspielen, die man erkennen muss. Bei dieser Gelegenheit gleich einmal eine Empfehlung: Ich habe hier im Forum gelesen, dass eine Software gesucht wird, die nichts anderes tut, als in bestimmten Zeitabständen dem Anwender Töne vorzuspielen. Eine solche Software habe ich gefunden. Es ist das Programm "Pitch Coach" (für Windows und Mac). Zu finden unter diesem Link:
http://socs.berkeley.edu/~wcooper/pitchcoach.html
Um sein absolutes Gehör zu trainieren, klickt man nach dem Start oben auf "Practice" und dann auf "Absolute Pitch". Man kann in "Pitch Coach" wählen, wie viele Töne (2, 4, 7 oder alle 12) und Oktaven (1, 2 oder 4) verwendet werden sollen. Man kann auch verschiedene Instrumente auswählen. Bei dieser Software geht es beim Training des absoluten Gehörs darum, 10 Töne hintereinander in bestimmten Zeitabständen (5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten) richtig zu erkennen.
Ich benutze dieses Programm schon einige Zeit lang und habe festgestellt, dass ich beim Erkennen von Tönen ziemlich sicher bin. Ich schaffe ohne große Schwierigkeiten 10 und auch mehr Töne in großen Zeitabständen hintereinander über das gesamte Spektrum (alle 12 Töne und alle Oktaven) richtig zu erkennen. Mir hat auch schon jemand Töne auf dem Klavier vorgespielt. Da konnte ich die Töne ebenfalls richtig benennen. Bei mir funktioniert das Erkennen von Tönen auch bei anderen Instrumenten. Man liest ja immer wieder, dass das erlernte absolute Gehör nur auf ein Instrument beschränkt sein soll. Auch Sinustöne im Alltag und Haushalt habe ich schon erfolgreich identifizieren können. Oft ist es so, dass ich beim Hören einiger Töne überhaupt nicht überlegen muss. Und wenn, dann liege ich nach kurzer Überlegung meistens richtig. Manchmal irre ich mich auch mal. Ich liege aber nie mehr als einen Halbton daneben. Ich habe im Internet einen Artikel über das absolute Gehör gelesen. Darin steht, dass gelegentliche Halbton- und Oktav-Fehler sogar bei Absoluthörern höchsten Leistungs-Niveaus auftreten sollen. Das hätte ich nicht gedacht. Das Relative Gehör wende ich beim Erkennen von Tönen nicht an. Wenn zum Beispiel ein F erklingt und ein paar Minuten später in derselben Oktave das D, kann ich das F zwar noch im Kopf haben, bringe es aber in diesem Fall nicht mit dem D (kleine Terz) in Verbindung. Ich weiß einfach, welcher Ton es ist. Das ist einfach so ein Gespür, das man nicht beschreiben kann. Tonarten von mir unbekannten Stücken/Liedern konnte ich auch schon richtig erkennen (spontan oder nach kurzer Überlegung). Was bei mir (noch) nicht so gut klappt, ist das spontane Erkennen von Melodien. Also ich erkenne vielleicht die Tonart, kann die gerade gehörte Melodie aber nicht sofort ohne groß zu überlegen am Klavier nachspielen. Das heißt, beim Hören eines Stücks habe ich nicht gleich alle einzelnen Töne vor Augen. Manchmal erkenne ich aber ganz spontan und überraschend einzelne Töne aus einer nicht so komplexen und schnellen Abfolge von Melodien. Ich teste das zum Beispiel praktisch täglich beim Fernsehen. Egal ob Dokumentation, Film, Serie oder Werbung. Im Fernsehen wird man ja ständig mit Tönen und Hintergrund-Melodien konfrontiert. Töne aus dem Gedächtnis singen klappt bei mir noch nicht bei allen Tönen. Aber bei einigen doch ziemlich sicher und exakt. Auch morgens nach dem Aufstehen. Auf jeden Fall hat für mich wie gesagt jeder Ton und dadurch jede Tonart einen eigenen und speziellen Charakter. Das Ton- und Tonarten-Bewusstsein ist bei mir also stark vorhanden. Natürlich bringt man das auch mit bekannten und vertrauten Stücken in Verbindung. Der Ton und die Tonart begegnen einem dann als etwas Bekanntes und Vertrautes. Das ist ein großartiges Gefühl, wenn man die jeweilige Charakteristik der Töne und Tonarten wahrnehmen kann. Auch wenn ein mir bekanntes Stück in einer anderen Tonart gespielt wird, bemerke ich das sofort. Man merkt dann einfach, dass da etwas nicht stimmt.
Wie würdet ihr mein Gehör beurteilen? Kann man sagen, dass ich das passive absolute Gehör besitze? Interessant ist, dass sich das bei mir ohne spezielle Übung einfach so durch den intensiven Umgang mit der Musik (mehr hörend als spielend) entwickelt hat. Ich habe nie einen Gehörbildungs-Kurs wie den "Perfect Pitch Ear Training Super Course" gemacht. Dann auch gleich eine Frage zu diesem Kurs von David-Lucas Burge: Ich überlege, ob ich mir den kaufen soll, um mein Gehör zu optimieren. Brauche ich dafür diesen Kurs? Oder kann ich das auch so durch andere Übungen oder Vorgehensweisen erreichen, um dann auch zum Beispiel Melodien sofort nachspielen zu können. Also beim Hören direkt alle einzelnen Töne vor Augen zu haben? Hat da jemand ein paar Tipps? Wenn jemand die oben erwähnte Software "Pitch Coach" ausprobiert, würden mich auch eure Erfahrungen damit interessieren.
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