admin
Admin
 Admin
|
Re:Lektion 4 - 16/03/2010 23:17
Hallo Xenia,
ach, ist doch egal, ob wir hier im richtigen Thema sind, schreibt ja sowieso fast niemand etwas hier
Meine Aufnahmeprüfung ist schon mehr als 25 Jahre her und war in Köln, also keine Ahnung, ob das vergleichbar mit Deiner ist.
Bei mir war der Gehörbildungsteil eigentlich nur recht kurz: Ich kam in den entsprechenden Raum, wo nur der Gehörbildungs-Professor alleine drin saß (also keine ganze Kommission) und er spielte mir ein paar Intervalle und Akkorde vor, die ich benennen sollte. Das klappte dank der tollen Vorbereitung durch meine Klavierlehrerin auch problemlos. Dann musste ich mich an den Flügel setzen und er bat mich, eine Kadenz mit neapolitanischem Sextakkord zu spielen. Das war zum Glück so ziemlich das Einzige, was ich an nicht standardmäßigen Sachen konnte, weil mein alter Klavierlehrer, bei dem ich bis ca. zum 14. Lebensjahr Unterricht hatte, Kirchenmusiker war, der vom "Neapolitaner" so begeistert war, dass er mich überall darauf hingewiesen hatte. War also reine Glücksache, dass auch das klappte Der Prof. meinte dann noch zu mir: "War ja schon wirklich gut, aber was stimmte noch nicht?". Mir war selbst aufgefallen, dass ich bei der Kadenz eine Oktavparallele eingebaut hatte und das habe ich ihm dann auch gesagt, woraufhin er sehr zufrieden war. Ist also alles halb so wild...
Insgesamt war ich bei der Aufnahmeprüfung nicht sonderlich brilliant, sondern zwar gut vorbereitet, aber habe an einigen Stellen auch einfach zugegeben, dass ich das (noch) nicht kann. Als ich z. B. gefragt wurde, ob ich zur Melodie aus dem Gesangbuch eine Choralbegleitung improvisieren könnte, habe ich einfach nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, "Nein, tut mir leid"... Damit waren die Prüfer aber auch zufrieden und meinten, das sei kein Problem, das würde ich noch lernen.
Auf jeden Fall war das ein spannender Tag, auf den ich mich lange vorbereitet habe. Irgendwie war ich aber so sicher, dass ich in Köln genommen würde, dass ich mich auch nur dort beworben habe und hat dann ja auch geklappt.
So, dann hoffe ich mal, dass ich Dir ein bisschen geholfen habe! Viel Erfolg noch bei der Vorbereitung und berichte mal, wie es geklappt hat 
Lieben Gruß, Wolfram
Betreiber von www.gehoerbildung.com |
|
|
| | Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren! |
Xenia
Mitglied
 Fresh Boarder
|
Re:Lektion 4 - 17/03/2010 19:21
Hallo lieber Wolfram!
Danke für deine ausführliche Antwort Also ich stelle mir das allerdings viel schwieriger vor als bei dir, nicht so locker... Vielleicht liegt das aber auch daran, daß ich kein Abitur habe, was man ja eigentlich dafür braucht, und dann muss man eine bestimmte Punktzahl erreichen, um angenommen zu werden. Aber ich arbeite sehr daran, denn ich will es unbedingt schaffen.
Ich schreibe dir auf jeden Fall, wenn ich die Prüfungen bestanden habe (oder auch nicht, was ich nicht hoffe...)
Ich habe jetzt aber doch noch eine Frage zum absoluten Gehör: Wie kannst du die Klangfarbe von einem Ton erkennen, wenn er eine Oktave höer oder tiefer gespielt wird? Für mich klingt zum Beispiel das a' ganz anders als das kleine a oder das a''. (Ich weiß, ich stelle blöde Fragen, aber ich möchte das gerne lernen)
Liebe GRüße, Xenia
|
|
|
| | Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren! |
admin
Besucher
|
Re:Lektion 4 - 18/03/2010 11:03
Liebe Xenia,
also, ganz so locker war es bei mir offensichtlich nicht, denn es waren bestimmt 15 Bewerber und ich war der einzige, den sie genommen haben - auch wenn das jetzt vielleicht etwas großkotzig klingt Mein Problem war dann natürlich, dass ich ganz alleine in meinem Semester war und sie für mich alleine auch keine Kurse angeboten haben, d. h. ich musste immer in die des Semesters drüber bzw. drunter gehen. Auf die Art war dann von Anfang an mehr oder weniger der Wurm drin, was sicher auch mit ein Grund dafür ist, dass ich es dann nicht zuende gemacht habe.
Soweit ich gehört habe, sind die Anforderungen für die Aufnahmeprüfung von Kirchenmusik eher etwas niedriger geworden als früher, weil es weniger Bewerber als noch vor ein paar Jahren gibt. Insofern denke ich, dass Du mit guter musikalischer Vorbildung und entsprechender Vorbereitung gute Chancen haben solltest.
Jetzt noch zu den Klangfarben unterschiedlicher Oktaven: Natürlich klingen die Oktaven anders, aber trotzdem hat jeder Ton unabhängig von der Oktave seinen ganz speziellen Klang. Das habe ich früher auch nicht empfunden, aber irgendwie ist es so, als wenn ein schwarz-weißes Bild im Laufe der Zeit farbig wird. Ich weiß, das klingt alles ziemlich mysteriös aber besser kann ich es auch nicht erklären...
Dann wünsche ich Dir noch viel Erfolg bei der Vorbereitung und bis demnächst mal.
Liebe Grüße, Wolfram
|
|
|
| | Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren! |
|