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Lektion 6 - 06/03/2006 22:58 Frage - Antwort:

F: Was mache ich, wenn mein Klavier nicht ganz auf 440Hz gestimmt werden kann?
A: Das ist überhaupt kein Problem. Am besten ist natürlich, wenn die Stimmung korrekt ist, aber die individuelle Klangfarbe jedes Tons ist ein Bereich, keine genaue Frequenz und das Ohr lernt im Laufe der Zeit, welche Frequenzen jeweils zu welchem Ton gehören. Das ist genau wie bei der Farbwahrnehmung: Man hat gelernt, was Grün ist und kann es von Rot oder Gelb unterscheiden, obwohl fast kein Grün gleich ist. Natürlich sollte die Stimmung nicht allzu hoch oder tief sein damit man kein Ab statt A hört!

F: Sollte man ein bestimmtes Klavier bzw. Instrument verwenden oder reicht irgendein Klavier?
A: Da jedes Klavier nach Klavier klingt, spielt es keine Rolle, ob man immer auf dem gleichen Instrument übt oder wechselt.

F: Wie bald sollte man Ergebnisse der Übungen bemerken?
A: Ergebnisse gibt es sofort, da die Übungen gewissermaßen eine Kristallisierung der musikalischen Wahrnehmung bewirken. Auch wenn man nicht sofort die unterschiedlichen Klangfarben der einzelnen Töne deutlich erkennen kann, ändert sich das Hörempfinden unterbewusst bereits. Manchmal äußert sich das so, dass man beim Hören einen besonderen Spaß oder eine tiefe Freude an den Tönen empfindet. Genauso, wie man sich über eine farbenfrohe Blume freut, die schwarz-weiß viel weniger Emotionen erzeugt. Natürlich dauert es einige Zeit, bis das Absolute Gehör (AG) voll entwickelt ist, aber die ersten Ergebnisse kommen sofort.

Übungen:

Die meisten Leute hören nicht wirklich differenziert, sondern Töne kommen wie eine Wolke am Ohr vorbei, ohne auch einzeln zu wirken. Wir wollen in diese Wolke hineinhören und die Töne einzeln erschließen. Die folgenden Übungen sind schon ein wenig trickreicher als die Terzen aus Lektion 5:

Solo-Klavier:
Zwei beliebige weiße Tasten, die nebeneinander liegen (also kleine und große Sekunden), harmonisch (gleichzeitig) spielen und von unten nach oben nachsingen.

Solo-Gitarre:
wie Solo-Klavier. Kleine Sekunden sind auf der gleichen Saite durch einen Bund getrennt, große durch zwei, wobei unterschiedliche Saiten verwendet werden, um die Töne gleichzeitig spielen zu können. (Anmerkung: Da es hier nur ums Hören und Nachsingen geht, stört es wohl nicht, dass man vermutlich schon durch das Greifen, welche Töne es sind)

Weil die Sekunden Dissonanzen sind, sind sie gewissermaßen Ohr-Ärgerer und -Öffner. Hört man eine Weile genau hin, merkt, man, wie es klarer und leichter nachzusingen wird. Die Übungen gelten als bestanden, wenn man eine Überprüfungsrunde fehlerfrei gemacht hat, d. h. 20 Beispiele der Übung nacheinander ohne Fehler. Bei Fehlern, korrigiert man diese, indem man richtig und falsch spielt, vergleicht und genau hinhört und fängt dann wieder von vorne an, bis man 20 Richtige nacheinander erreicht hat. Zählen kann man auf unterschiedliche Arten z. B. mit Bleistiftstrichen oder 20 Murmeln, die von einer Schale in die andere gelegt werden. (Anmerkung: Ich habe immer nur im Kopf gezählt bzw. bei Übungen, die nur eine Hand erfordern mit den Fingern der anderen. Das war überhaupt kein Problem).

Weitere Übungen:
Solo-Klavier:
1. Mit einer Hand beliebige zwei Töne gleichzeitig spielen (schwarz und weiß gemischt) und nachsingen.
2. Mit beiden Händen wie bei der vorhergehenden Übung weiter auseinander liegende Töne greifen.

Solo-Gitarre:
Übungen wie bei Solo-Klavier, wobei man selbst entscheiden kann, welche Töne weit auseinander und welche nah beieinander liegen.

Solo-Klavier/Solo-Gitarre:
Die vorhergehenden Übungen jetzt mit drei Tönen gleichzeitig (erst nah beieinander, dann weit auseinander).

Wichtig ist wirklich, erst ganz genau hinzuhören, die Töne des Akkords dem Ohr einzeln zu erschließen und dann erst zu singen. Auch wenn man die Übungen als einfach empfindet, sollte man sich die Zeit nehmen, genau hinzuhören, denn Hören ist der Schlüssel, das AG zu entwickeln. Bei Schwierigkeiten mit dem Erkennen der einzelnen Töne, kann man den Akkord beliebig oft wiederholen und notfalls auch den nicht gehörten Ton einzeln spielen, dann wieder den ganzen Akkord (in dem Fall gilt die Überprüfungsrunde aber als nicht bestanden). Bei den meisten Menschen schläft das Ohr und muss erst aufgeweckt werden, damit es mitarbeitet und die einzelnen Töne alle hört. Die magische Formel ist: Höre zu, höre nochmal zu und nochmal und bleibe dabei ganz entspannt!

Ton-Meditation:
In Lektion 5 hatten wir C und, haben die Töne gehört, uns dann in Ruhe vorgestellt und anschließend noch einmal gesungen. Das war kinderleicht! Jetzt machen wir es etwas anders: Wir stellen uns den Ton vor, dann singen wir ihn und überprüfen anschließend, ob wir richtig liegen. Bei einem Fehler spielen wir den falsch erkannten Ton im Vergleich zum korrekten. Wenn wir das C zum ersten Mal singen, ist es wahrscheinlich falsch, weil wir noch keinen Ton vorher gehört haben. Wie soll das auch gehen wenn man die Fähigkeit der Tonfarben-Unterscheidung noch nicht weiter entwickelt hat. Ab dem zweiten Ton wird es leichter, da das relative Gehör mit dazukommt. Das machen wir ganz langsam, entspannt und ruhig. Es gibt keine Überprüfungsrunde, sondern wir machen es so lange, bis wir uns dabei entspannt und wohl fühlen. Beim Singen braucht man nicht allzu streng mit sich zu sein, da sich das AG im Ohr und nicht in der Stimme entwickelt...

Soweit zu den Solo-Übungen. Ca. 15 Minuten pro Tag reichen und wenn man die Überprüfungsrunden fehlerfrei überstanden hat, geht's am nächsten Tag weiter mit der folgenden Lektion. Klappen nicht alle Überprüfungsrunden - kein Problem! Dann machen wir morgen an der gleichen Stelle weiter, bis es einwandfrei läuft! Jeder braucht unterschiedlich lang, aber früher oder später öffnet sich das Ohr!

Übungen:
Hinweis: Natürlich können und sollten auch Team-Player die Solo-Übungen machen!

Team-Player:
Erkennen zweier gleichzeitig oder nacheinander gespielter Töne: Wie bei der Tonmeditation verwenden wir nur C und D. Ist Ihr Instrument in anderer Stimmung, z. B. in B, spielen Sie einfach trotzdem C und D, wie sie auf der Trompete usw. spielen. Ausnahme ist die Gitarre: Meinem Empfinden nach ist A-Dur (nicht E-Dur!) der Grundakkord der Gitarre. Das ist keineswegs dogmatisch gemeint, sondern rein subjektiv aber deshalb schlage ich Gitarristen vor, statt C und D A und H zu verwenden. Wo also in den Übungen von C und D die Rede ist, nehmen Gitarristen A und H.

Eine Person spielt zwei töne C und D gleichzeitig irgendwo auf der Tastatur und der andere hört heraus, welcher Ton oben und welcher unten ist. Bei melodischen Instrumenten, wie z. B. Flöte, kann man die Töne auch nacheinander spielen.

Nach ca. 15 Minuten wechselt man einfach. Wenn die Überprüfungsrunden geschafft wurden, prima! Wenn nicht, überhaupt kein Problem!

wichtig: Auch für wen die Übungen überhaupt kein Problem, sondern einfach nur kinderleicht sind, macht sie trotzdem langsam und hört genau hin!

Anmerkung: Ich habe bei den Solo-Keyboard-Übungen immer schon versucht, die Töne nicht nur nachzusingen, sondern auch schon blind zu erkennen, um es ein wenig schwerer zu machen.
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Re:Lektion 6 - 10/03/2006 08:49 Ich habe eine Frage zu der Übung mit den 3 Tasten dieser Lektion.

Also wenn ich das richtig verstanden habe, drückt man blind 3 beliebige Tasten in weiter Lage gleichzeitig, die man nur kurz erklingen lassen soll, und singt die Töne schließlich von unten nach oben.

ich finde die übung recht schwierig.
deswegen frage ich: habt ihr alle diese runde geschafft ohne die akkorde 2 mal zu spielen, und wirklich 20 akkorde beim ersten erklingen erkannt?
wenn ja wie lange habt ihr dafür gebraucht?

david behauptet ja sogar wenn man den akkord zu lange klingen lässt zählt der versuch nicht.

ich muss dazu sagen, dass ich kein akkordinstrument spiele, vielleicht finde ich das deswegen schwierig.

bitte mal um ein kommentar


noch eine frage:
wie lange arbeitet man eigentlich durchschnittlich an einer lektion? ist es sehr unterschiedlich oder immer ungefähr gleich?
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Re:Lektion 6 - 10/03/2006 16:10 Dass man die Töne nur kurz anspielen darf, habe ich beim Durcharbeiten der Lektion offensichtlich übersehen... Ich habe sie jedenfalls so lange liegen lassen, wie ich sie hören wollte und auch nach Belieben wiederholt! Allerdings nur alle zusammen, d. h. wenn ich sie einzeln spielen musste, zählte der Versuch natürlich nicht!

So einfach ist es wirklich nicht und beim ersten Mal schafft es wohl kaum jemand! Aber da das Ziel ja ist, es nach mehr oder weniger Übung zu schaffen, sehe ich darin kein Problem, ein wenig Geduld natürlich vorausgesetzt! Ich kann mir gut vorstellen, dass es besonders schwierig ist, wenn du normalerweise kein Akkordinstrument spielst - was spielst du? Eigentlich soll man ja alle Übungen wegen der gewohnten Klangfarbe auf seinem Instrument machen, aber hier ist vermutlich eine Ausnahme erforderlich, denn Einzeltöne nachsingen macht ja keinen Sinn!

Die erforderliche Zeit für die einzelnen Lektionen ist ganz unterschiedlich, vermutlich nicht nur von Lektion zu Lektion, sondern auch von Mensch zu Mensch! Ich bin an manchen schon fast verzweifelt und habe zwei Wochen gebraucht, während andere in zwei Tagen gingen. Es wird auch nicht von Lektion zu Lektion schwerer, sondern variiert. Entscheidend ist für mich nicht, wie lange es dauert, sondern dass es irgendwann immer weitergeht Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ich umso schlechter höre, je ungeduldiger ich werde...

Post geändert von: admin, am: 10/03/2006 16:13
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Re:Lektion 6 - 10/03/2006 21:02 Guten Tag Christoph,

welches Instrument spielst Du denn?

Ich muß euch übriges recht geben, ganz so leicht sind die Übungen am Anfang wirklich nicht.

Post geändert von: Volker, am: 11/03/2006 07:34
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Re:Lektion 6 - 11/03/2006 00:52 danke mal für die antworten.

also ich spiele saxophon. streng genommen dürfte ich jetzt nur die meditationsübungen machen. das wäre aber ein bißchen einseitig, denke ich.

Ich finde, dass der Kurs nicht so durchdacht ist, wenn man ein anderes Instrument als Klavier spielt. Beispielsweise kann ich weder blind töne spielen noch mehrere töne gleichzeitig (multiphonics ausgenommen - aber das macht auch wenig sinn)

deshalb habe ich mich entschieden, die keyboard übungen am klavier und die meditationsübungen auf dem saxophon zu machen.

wie denkt ihr darüber?
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Re:Lektion 6 - 13/03/2006 17:43 Ich denke mal Du solltest es als Erweiterung sehen, wenn Du die Übungen auf mehreren Instrumenten machst. Du wirst so eventuell etwas länger brauchen, aber Du kannst Dein AG dann wahrscheinlich schnell auf andere Instrumente übertragen.
Auch das relative Gehör läßt sich an einem Tasteninstrument besser trainieren. Und mit dem relativen Gehör wachsen ja oft auch die theoretischen Kenntnisse(Harmonielehre,...).
Für dich als Bläser ist es ja oft besonders wichtig zu Hören, was die anderen spielen. Willst Du Jazz spielen? Dann hilft Dir jedes zusätzliche Wissen. Bedenke, auch in der Musik gilt: "Wissen ist Macht"
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