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Lektion 7 - 12/03/2006 02:36 Das Ohr kann nur wenig gleichzeitig aufnehmen und hinzulernen. Deshalb sollte man leicht anfangen und es langsam wachsen lassen. Ganz wichtig ist die Ohr-Meditation, bei der immer nur ein Ton gleichzeitig quasi eingesogen wird und pro Lektion in der Regel auch nur immer ein Ton dazugenommen wird.

Fragen und Antworten:

F: Kann man mit Absolutem Gehör (AG) besser auswendig spielen als ohne?
A: Das hängt ganz von den sonstigen eigenen Fähigkeiten ab! AG ist ein Universalschlüssel für vieles, aber nur als Grundlage. Wer gesunde Hände hat, kann z. B. nicht automatisch Klavier spielen, aber es erleichtert die Sache ungemein. Genauso ist AG eine gute Basis, um das Hören und auswendig spielen zu üben.

F: Ist es okay, wenn ich die Übungen nicht jeden Tag mache?
A: Am besten ist es, wenn man jeden Tag übt. Zumindest ist es für einen maximalen Fortschritt erforderlich, damit das Ohr sich daran gewöhnt, vertikal in die Töne hineinzuhören und nicht horizontal nur auf die Beziehung der Töne zueinander. Übt man nicht jeden Tag, ist es schwer, die alte Gewohnheit abzulegen. Hat man einmal die Fähigkeit erworben, die Ton-Klangfarben zu erkennen, geht diese nicht wieder verloren (da man beim Hören dann quasi permanent übt), aber während der Entwicklung des AG können Übepausen auch zu Rückschritten führen. Ideal ist es deshalb, wirklich 7 Tage die Woche zu üben, notfalls reichen auch 5, aber der Fortschritt kommt dann auf jeden Fall langsamer!

Übungen:
Haben Sie gemerkt, wie Ihr Ohr durch das Hineinhören in die Akkorde, das Hören auf die einzelnen Töne lebendiger geworden ist? Das Ohr gewöhnt sich daran, in die Töne hineinzuhören, auch Feinheiten im Hintergrund wahrzunehmen und die Schärfe des Hörens nimmt zu.

Die Übungen für Solo-Keyboard und Solo-Gitarre werden ab dieser Lektion getrennt, da Tastaturen einfach anders aufgebaut sind als Griffbretter. Auch wenn es manchmal so scheinen mag, dass eine der beiden Gruppen in den folgenden Lektionen schneller vorankommt, sollte man sich dadurch nicht irritieren lassen und schon gar nicht eifersüchtig werden, denn die Übungen führen alle zum gleichen Ziel, angepasst an die unterschiedlichen Gegebenheiten des jeweiligen Instruments.

Solo-Keyboard:

Ohne auf die Tastatur zu sehen, irgendeine weiße Taste greifen und benennen. Beim ersten Ton ist das ohne Anhaltspunkt besonders schwer... Auch wenn bei den meisten das relative Gehör einen großen Teil zum Erkennen der Töne beiträgt, ist das kein Problem, denn da das AG und die Tonfarben-Erkennung noch nicht entwickelt sind, braucht man auf jeden Fall eine gewisse Beziehung der Töne untereinander, um sie zu identifizieren. Wichtig ist aber, dass man nicht zu hastig vorgeht, sondern den Ton genau und mit Interesse anhört, mit dem Ohr aufsaugt und in sich aufnimmt, auch wenn man ihn schon mit dem relativen Gehör erkannt hat. Unterschwellig kommt es dabei zu einer Entwicklung: Die Tonfarben-Erkennung wächst, auch wenn man das nicht sofort bemerkt. Wenn man einen Fehler macht, nicht darüber hinweggehen, sondern den richtigen mit dem falschen Ton vergleichen, beide genau anhören und auch jeweils in Beziehnung zum Grundton C spielen. Am Ende der Übung steht wie fast überall eine Überprüfungs-Runde, d. h. 20 korrekt erkannte Töne nacheinander.

Solo-Gitarre:

Jeweils zwei beliebige offene Saiten blind gleichzeitig spielen und die Töne singen: Erst den unteren, dann den oberen. Es ist kein Problem, wenn die Finger einen Hinweis geben, welche Saite es jeweils ist. Hat man einen Partner, der einem das Spielen der Saiten abnehmen kann, ist das prima, aber nicht zwingend erforderlich. Für diese Übung gibt es keine Überprüfungs-Runde, man sollte das einfach so lange machen, bis man sich sicher im Erkennen der Leersaiten fühlt.

Ton-Meditation:

Wir nehmen einen Ton dazu, d. h. auf dem Klavier C-D-E, auf der Gitarre A-H-C#. Wie gehabt, Töne hören, auf sich wirken lassen, singen und darüber meditieren...

Vor dem Üben sollte man sich zur Gewohnheit machen, einen Ton, z. B. das C (bei der Gitarre A) "aus der Luft" zu singen. Liegt man falsch, korrigiert man sich, und vergleicht den richtigen in aller Ruhe mit dem falsch gesungenen Ton. Es ist überhaupt kein Problem, wenn das auf Anhieb nicht klappt, da dies eine der höchsten Stufen des AG ("aural recall") ist. Im Laufe der Zeit wird sich das Gehör dorthin entwickeln und immer weiter wachsen.

Team-Übungen:

1. Töne sind C-D-E. Jeweils einen Ton vorspielen und erkennen. In aller Ruhe und so, dass man weniger auf die Beziehung der Töne untereinander als auf die Qualität des Tons an sich hört!
2. Melodische "Doubles", d. h. irgendwo auf der Tastatur zwei dieser Töne nacheinander spielen und erkennen.
3. Harmonische "Doubles", d. h. beide Töne gleichzeitig.

Für jede dieser Übungen jeweils eine fehlerfreie Überprüfungsrunde von 20 Tönen / Tongruppen.

Momentan arbeiten wir nur mit C, D und E. Wichtig ist, Fehler zu korrigieren, d. h. den falsch erkannten mit dem richtigen Ton zu vergleichen. Einfach nur schnell von einem Beispiel zum anderen zu springen und über Fehler hinwegzugehen hat überhaupt keinen Übeeffekt und trainiert allenfalls das relative Gehör ein wenig. Bei Schwierigkeiten kann der Partner an der Tastatur so viele Hinweise geben, wie erforderlich sind, d. h. die Töne können wiederholt werden und wenn die gleichzeitigen Töne Probleme bereiten, spielt man sie eben nacheinander. Das gilt natürlich nicht für Überprüfungs-Runden - dort sind Hinweise nicht erlaubt!

Nach ca. 15 Minuten wechselt man die Rollen und macht beim nächsten Mal, d. h. am nächsten Tag, genau da weiter, wo man stehen geblieben ist.

Weitere Team-Übungen:

Einer der Partner singt vor dem Üben ein C ohne vorher andere Töne gehört zu haben. Der andere beurteilt dann die Korrektheit bzw. versucht ebenfalls ein C zu singen. Wer getroffen hat, gewinnt...

Ein Partner nennt einen Tonnamen und der andere muss ihn singen. Wichtig ist auch dabei, nicht einfach nur schnell zu machen und mit relativem Gehör zu arbeiten, sondern sich den Ton ganz bewusst vorzustellen und erst dann zu singen. Durch einen solch pfleglichen Umgang mit den Tönen wächst die Wahrnehmung und das Ohr wird jeden Tag ein wenig besser!
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Re:Lektion 7 - 12/03/2006 06:26 Ich bin immer noch begeistert von dem Kurs, allerdings scheint mir in dieser Lektion der Unterschierd im Schwierigkeitsgrad zwischen Solo-Klavier und Solo-Gitarre relativ groß.
Aber das macht ja Deinen Angaben nach nichts. Die Übungen mit den verschiedenen Sekunden aus Lektion 6 werde ich wohl öfter mal einfließen lassen, ich werd die Übung auch gleich mal mit dem Tritonus machen. Bloß nicht ärgern lassen!
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