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Lektion 8 - 20/03/2006 19:48
Fragen und Antworten: ? Mein Instrument klingt bei bestimmten Tönen unterschiedlich, macht z. B. Nebengeräusche. ! Das ist überhaupt kein Problem. Wenn eine Schraube mitschwingt oder eine Flöte anders klingt, wenn alle Klappen auf sind als bei anderen Tönen, kann man bestimmte Töne zwar anhand dessen erkennen, das wichtigste ist aber, dass man ganz genau auf die Klangfarbe jedes Tons hört, unabhängig davon, ob man den Ton aus anderem trivialen Grund schon weiß! Das gleiche gilt auch für den Fall, dass man den Ton bereits über das relative Gehör erkannt hat. Entscheidend ist nicht, den Ton irgendwie zu erkennen, sondern seine spezielle Klangfarbe!
Übungen: Solo-Klavier:
Die gleichen Übungen wie in Lektion 7, also blind gegriffene Terzen auf weißen Tasten, nur dass man die Töne diesmal nicht singt, sondern erkennen muss, also erst genau zuhören und dann identifizieren.
1. Aufsteigende Terzen (tiefer Ton zuerst) 2. Absteigende Terzen (hoher Ton zuerst) 3. Harmonische Terzen (beide Töne gleichzeitig)
Bei allen drei Übungen ist jweils eine Überprüfungsrunde, also 20 Terzen hintereinander, fehlerfrei zu schaffen. Wichtig ist, dass man nicht singt, sondern nur hört, da die Stimmspannung sonst das Erkennen erleichtert, ohne dass dabei das Absolute Gehör (AG) eine Rolle spielt. Wer Probleme mit den gleichzeitigen Tönen hat, kann sie als Hilfe anschließend auch noch nacheinander spielen. Dann gilt die Überprüfungsrunde natürlich nicht als bestanden!
Immer daran denken: Es geht momentan nicht um die Geschwindigkeit, gehen Sie also ganz langsam vor! Die Ohren müssen die Töne aufsaugen und quasi in den Klängen versinken!
Solo-Gitarre: 1. Setzen Sie einen Kapodaster auf den 1. Bund, sodass die E-Saite als F klingt. Damit wird die Erkennung der offenen Saiten wiederholt, wobei man natürlich die richtigen Notennamen, also F, A#, D#... verwendet.
2. Setzen Sie den Kapodaster so, dass die leere E-Saite ein A ist. Zur Erinnerung: Vor jeder Übungssitzung sollten Gitarristen "aus der Luft" ein A singen, genauso wie die anderen Instrumentalisten ein C, um das A als ersten Ton fest im Ohr zu etablieren. Es ist überhaupt kein Problem, wenn das zu Anfang noch nicht ganz ein akkurates A ist, im Laufe der Zeit wird man sich aber diesen Ton eingeprägt haben. Dabei geht es nicht darum, im Anschluss alle Töne in Beziehung zum A zu setzen und auf die Art zu erkennen, denn das wäre ja relatives Gehör. Es ist aber kein Problem, wenn das zu Anfang noch der Fall ist. Bei fortschreitender Entwicklung des AG treten diese Beziehungen der Töne zueinander zunehmend in den Hintergrund und man erkennt sie unabhängig voneinander. Wenn man geschafft hat, ein A zu lernen, ist es logisch, dass es genauso möglich ist, das C, das H und jeden anderen Ton zu lernen!
Beide Übungen, also mit Kapo F und Kapo A erfordern keine Überprüfungsrunde, sondern werden gemacht, bis man sich dabei sicher und gut fühlt!
Ton-Meditation (für alle): Wir nehmen den nächsten Ton dazu, also C-D-E-F (Bei Gitarristen A-H-C#-D). Man wählt einen beliebigen Ton, stellt ihn sich bewusst vor, singt ihn und überprüft dann. Dazu kann man z. B. Kärtchen mit den Notennamen machen, die man zieht, um es wirklich zufällig zu haben. Diesmal gibt es bei der Ton-Meditation eine Überprüfungsrunde, d. h. man hat bei 20 korrekten Tönen nacheinander bestanden.
Team-Übung: Die gleiche Übung wie in Lektion 7, d. h. zwei beliebige Töne nacheinander und gleichzeitig, diesmal aber mit dem F zusätzlich dabei, also C-D-E-F. Auch hier eine Überprüfungsrunde von 20.
Einige mögen diese Übungen zu leicht finden und überspringen wollen, aber das sollte man auf keinen Fall machen! Denn unter der Oberfläche passiert durch das genaue Hören etwas und diese vorbereitenden Übungen sind wichtig, auch wenn momentan noch hauptsächlich das relative Gehör für die Erkennung verwendet wird. Unterschwellig entfaltet sich aber bereits das absolute Gehör!
Wenn man tief in einen Pool tauchen will, muss man nicht besonders gut schwimmen können, aber ein wenig Schwimmen ist trotzdem erforderlich. Genauso ist es mit relativem und absolutem Gehör: Man muss wenigstens ein wenig an der Oberfläche relativ hören können, um in der Lage zu sein, in die Tiefe der Töne einzutauchen. Relatives und absolutes Gehör ergänzen sich ideal und hat man beide gut entwickelt, ist das Ohr viermal so "kraftvoll" wie mit einem von ihnen alleine, da beide das Hören schärfen und sich gegenseitig unterstützen. Man ist immer frei, musikalische Fähigkeiten zu entwickeln - das Ohr passt sich an das an, was von ihm verlangt wird, wobei es definitiv eine gute Sache ist, absolutes und relatives Gehör gleichzeitig zu entwickeln.
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